Film sehen und diskutieren.

02.07.2020


GEGENÜBER (R: Jan Bonny, 96 Min, DE, 2007)

35K goes digital! Am Donnerstag, den 02.07, findet unser erster online-Abend statt. Gestreamt wird Jan Bonnys Debut GEGENÜBER. Im Anschluß findet ein Zoom-Gespräch mit dem Regisseur statt. 12 bis 20 Uhr: Streaming-Link verfügbar (max. 50 Personen). 20 Uhr 15: Zoom-Gespräch mit Jan Bonny.

 

Synopsis: Streifenpolizist Georg (Matthias Brandt) wird von seinen Kollegen geschätzt. Um seine harmonische Ehe mit der Grundschullehrerin Anne (Victoria Trauttmannsdorff) wird er von seinem jüngeren Partner Michael (Wotan Wilke Möhring) beneidet. Doch die Konflikte, die das Leben des Paares seit Jahren bestimmen, dringen allmählich durch die schöne Fassade. Annes verzweifelter Kampf um Anerkennung, Georgs Bemühen, es allen recht zu machen, die Hilflosigkeit der erwachsenen Kinder, das Unverständnis der Kollegen und die Spuren körperlicher Gewalt, die sich kaum noch verbergen lassen.

 

„Dieses Debüt eines Kölner Filmstudenten ist ein überaus ungewöhnliches Drama, das hinter der Fassade normaler ehelicher Abnutzung eine Hölle freilegt. Matthias Brandt glänzt einmal mehr in der überaus facettenreichen Darstellung eines schwachen "starken Mannes", und auch Viktoria Trauttmannsdorff besticht mit Intensität. Eine nervöse Handkamera spiegelt seelische Zersplitterungen.“ - Rüdiger Suchsland

17.02.2020


BUNGALOW (R: Ulrich Köhler, 85 Min, DE, 2002)

Im Kino der DFFB zeigen wir BUNGALOW. Regisseur Ulrich Köhler wird anwesend sein und mit uns über seinen Debutfilm sprechen. Der Eintritt ist Spenden basiert und jede*r ist willkommen. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00.

 

Zum Inhalt: Auf dem Rückweg vom Manöver zur Kaserne bleibt der Rekrut Paul unbemerkt an einer Raststätte zurück. Die Kompanie fährt ab und Paul nach Hause, in den Bungalow seiner abwesenden Eltern. Sein "Heimaturlaub" wird schnell kompliziert: Die Bundeswehr sucht ihn, seine Freundin Kerstin macht mit ihm Schluss und unerwartet taucht sein älterer Bruder Max mit seiner dänischen Freundin Lene auf. Am Ort der Kindheit setzen alte Rollenmuster wieder ein und der Bruderkonflikt wird bald zur Kokurrenz um eine Frau.

 

"Wenn mich jemand interessiert, so gucke ich, wie er sich verhält, wie er spricht, wie er sich bewegt, wie er gekleidet ist. Oft ist die Person umso interessanter, je überraschender ihr Verhalten ist, je weniger schnell ich sie verstehe. Spannend sind für mich Filme, deren Figuren ich kennenlerne, wie ich einen Unbekannten kennenlerne - ohne psychologisierende Erklärung." - Ulrich Köhler.

09.01.2020


KLASSENFAHRT (R: Henner Winckler, B: Stefan Kriekhaus, Henner Winckler, 85 Min, DE, 2002)

Im Kino der DFFB zeigen wir KLASSENFAHRT. Regisseur Henner Winckler wird anwesend sein und mit uns über seinen Debutfilm sprechen. Auch zu Gast ist Co-Autor Stefan Kriekhaus. Jede*r ist willkommen. Der Eintritt ist Spenden basiert. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00. 

 

Zum Inhalt: Eine Schulklasse fährt an die polnische Ostsee. Die Schüler finden den Ferienort in der Nachsaison nicht gerade spannend. Zwischen Tischtennis, Tagesausflügen und Alkoholexzessen entwickeln der 16-jährige Ronny und seine Mitschülerin Isa eine vorsichtige Beziehung. Bei einem Discobesuch lernen sie den Polen Marek kennen. Zu dritt unterwegs, bemerkt Ronny schnell, dass Marek sich mehr für Isa als für ihn interessiert. Ronny beginnt, Marek immer wieder herauszufordern, bis es schließlich zu einer Mutprobe kommt.

 

"Wäre KLASSENFAHRT französisch, oder besser asiatisch, würde sich die ganze Welt sofort auf den Boden werfen und "Meisterwerk" rufen.", schrieb Didier Péron für die französische Tageszeitung Libération. Premiere feierte der Film 2002 im Internationalen Forum der Berlinale.

28.11.2019


DAS GLÜCK MEINER SCHWESTER (R: Angela Schanelec, K: Reinhold Vorschneider, 84 Min, DE, 1995)

Im DFFB-Kino zeigen wir DAS GÜCK MEINER SCHWESTER. Regisseurin Angela Schanalec wird anwesend sein und mit uns über ihren Abschlussfilm sprechen. Auch zu Gast ist Kameramann Reinhold Vorschneider. DAS GÜCK MEINER SCHWESTER markiert den Anfang einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen beiden. Jede*r ist willkommen. Der Eintritt ist frei/spendenbasiert. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00. 

 

Zum Inhalt: Der Fotograf Christian liebt zwei Frauen - Isabel, eine Übersetzerin, und ihre Halbschwester Ariane, eine Gärtnerin. Sein Versuch, mit Isabel ein Leben aufzubauen und die Ménage à trois zu beenden wird von einer verzweifelt um ihn kämpfenden Ariane boykottiert. 

 

Angela Schanelec: „Für mich war es klar, dass die Sprache in meinen Filmen künstlich und geschrieben ist, aber andererseits wusste, dass ich den Raum nicht manipulieren wollte. Es ging mir darum, was mit dieser geschriebenen Sprache und diesen künstlichen Figuren entsteht, die nicht dasitzen und improvisieren, sondern die ich da hingesetzt habe und die sagen, was ich aufgeschrieben habe. Das tun sie aber in einem Raum, in dem sich alles andere so bewegt, wie es sich auch sonst bewegen würde.“ Ein beträchtlicher Teil des dialogreichen Films entstand auf den Straßen Berlins, im Lärm des Autoverkehrs und der Baustellen. 

 

DAS GLÜCK MEINER SCHWESTER wurde 1996 mit dem Preis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet.

08.04.2019


DENE WOS GUET GEIT (R: Cyril Schäublin, 71 Min, CH, 2017)

Im Kino der dffb zeigen wir – in Anwesenheit des Regisseurs - DENE WOS GUET GEIT, den Debütfilm des ehemaligen dffb-Studenten Cyril Schäublin. Die Jury des Locarno Film Festivals zeichnete den Erstling mit dem First Feature Award aus, woraufhin er einmal quer durch die Welt wanderte und unter anderem Teil des erlesenem Programms des New Directors/New Films Festival in New York war. Nun kehrt Cyril Schäublin mit seinem Film zurück an die dffb, seine einstige Ausbildungsstätte, zeigt uns seine Arbeit und unterhält sich im Anschluss mit uns darüber. Ihr seid herzlichst eingeladen. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00. Schweizerdeutsch mit englischen Untertiteln.

 

Zum Inhalt: Alice arbeitet in einem Callcenter in der Peripherie von Zürich. Sie verkauft Internet- und Krankenkassenangebote an Unbekannte am anderen Ende der Leitung. Nach der Arbeit geht sie durch die Stadt, in welcher alles reibungslos zu funktionieren scheint. Inspiriert von ihrem Job ruft sie alleinstehende Grossmütter an und täuscht ihnen vor, sie sei ihre Enkelin in Geldnot. Während sie mit diesem Trick schnell ein Vermögen verdient, erkundet der Film Orte und Menschen in Zürich, welche alle auf seltsame Weise mit der Tat von Alice in Verbindung stehen.

 

Reflektiert gestaltet, mit lakonischem Humor und Versatzstücken eines Krimis portraitiert Cyril Schäublin nüchtern die klinisch-saubere Stadt Zürich, die hier als Kulisse eines präzisen Zeitbilds von einer hyperkapitalisierten Gesellschaft fungiert. 

07.03.2019


UNTEN MITTE KINN (R: Nicolas Wackerbarth, 90 Min, DE, 2011)

Im Kino der dffb zeigen wir - in Anwesenheit des Regisseurs - UNTEN MITTE KINN. Es ist das Debüt von Nicolas Wackerbarth, dessen letzter Film, CASTING, für rege Aufmerksamkeit in der deutschsprachigen Kinolandschaft sorgte. Der Fokus des Gesprächs nach der Vorführung liegt vor allem auf Wackerbarths Arbeitsweise mit Schauspielern oder, genauer gesagt: Improvisation. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00.

 

Zum Inhalt: Jeder will so früh und so schnell wie möglich "nach oben", das Intendanten-Vorsprechen der Abteilung Schauspiel aber droht, ein Desaster zu werden. Um sich zu retten, probt die Abschlussklasse den Aufstand und wird zum Spielball von Gerüchten und Intrigen, Panikattacken und Eitelkeiten.

 

UNTEN MITTE KINN ist eine improvisierte, bissige Komödie über eine Generation junger Schauspieler im Kampf gegen das Kunstbeamtentum.

13.12.2018


HOTEL VERY WELCOME (R: Sonja Heiss, 89 Min, DE, 2007)

Im Kino der dffb zeigen wir - in Anwesenheit der Regisseurin Sonja Heiss - HOTEL VERY WELCOME, ihren Abschlussfilm der HFF München. Mit anschließender Diskussion. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00.

 

Fünf Rucksacktouristen reisen durch den großen, exotischen Vergnügungspark Asien, um dem europäischen Alltag zu entfliehen: Josh und Adam verfangen sich in der Ekstase globaler Beach-Partys. Svenja sitzt in einem Hotelzimmer in Bangkok fest und telefoniert ihrem verpassten Rückflug hinterher. Liam taumelt derweil mit erweitertem Bewusstsein durch Indien, um sich von seinen Problemen zu Hause abzulenken, während Marion in der Meditation einen Weg findet, an sich selbst zu scheitern. Am Ende der Reise wartet auf einige Backpacker ein Neuanfang - und auf die anderen immerhin ein Anschlussflug.

 

Sonja Heiss ist mit ihren Protagonisten für mehrere Monate durch Asien gereist - entstanden ist eine Hommage an alle Backpacker, die geschickt die Authentizität eines Dokumentarfilms mit dem Pointenreichtum einer Komödie verbindet. 

22.11.2018


MUXMÄUSCHENSTILL (R: Marcus Mittermeier, 89 Min, DE, 2004)

Im Kino der dffb zeigen wir, in Anwesenheit des Drehbuchautors und Hauptdarstellers, Jan Henrik Stahlberg, MUXMÄUSCHENSTILL. Mit anschließender Diskussion. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00.

 

Mux (Jan Henrik Stahlberg) hat eine Mission: Der selbst ernannte Weltverbesserer will seinen Mitmenschen wieder Ideale und Verantwortungsbewusstsein beibringen. Mit makellos gebügeltem Hemd verfolgt der Saubermann Schwarzfahrer und Schwimmbad-Pinkler, Falschparker und Graffiti-Sprayer. Mux räumt auf in den Straßen Berlins, begleitet von seinem treuen Gehilfen, dem Ex-Langzeitarbeitslosen Gerd (Fritz Roth), der die Heldentaten mit einer Videokamera dokumentiert. Doch auf seinem Kreuzzug gegen Unrecht und Gleichgültigkeit wird der Westerntaschen-Sheriff bald selbst zum Gesetzesbrecher...

 

Jan Henrik Stahlberg und Marcus Mittermeier porträtieren in ihrem gesellschaftskritischen Independent-Film, der als Herzensprojekt über mehrere Jahre prekär mit privatem Geld der Macher und ohne Filmförderung entstanden ist, einen selbstgerechten Rächer aller sozialen Missstände.

31.05.2018


FRANTA (R: Mathias Allary, 96 Min, DE, 1989)

Im Kino der dffb zeigen wir, in Anwesenheit des Regisseurs, Mathias Allary, FRANTA, seinen Debütfilm. Mit anschließender Diskussion. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00.

 

Als junger Soldat erlebt Franta (Jan Kurbjuweit) einen Krieg, der Hoffnung und Leben vernichtet. Die Erinnerungen an Mascha, seine junge Frau (Nicole Ansari), verschmelzen mit der Unerbittlichkeit seiner Umgebung. Bei einem Angriff wird Franta am Unterleib schwer verletzt und als er im Lazarett wieder erwacht, lacht man über „den Mann, dem man die Männlichkeit weggeschossen hat“. Franta wird folgedessen aus dem Kriegsdienst entlassen und kehrt verletzt und traumatisiert zu seiner Frau Mascha zurück.

 

Mit seiner einzigartigen Farbgestaltung und einer hypnotischen Atmosphäre porträtiert FRANTA einen jungen Mann, der heimkehrt und nicht mehr zu sich zurückfinden kann.

26.04.2018


OH BOY (R: Jan Ole Gerster, 95 Min, DE, 2012)

Im Kino der dffb zeigen wir, in Anwesenheit des Regisseurs, Jan Ole Gerster, OH BOY, seinen Debütfilm. Mit anschließender Diskussion. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00.

 

Niko ist Ende zwanzig und hat vor einiger Zeit sein Studium abgebrochen. Seitdem lebt er in den Tag hinein, driftet schlaflos durch die Straßen seiner Stadt und wundert sich über die Menschen seiner Umgebung. Mit stiller Neugier beobachtet er sie bei der Bewältigung des täglichen Lebens - bis zu diesem turbulenten Tag: Seine Freundin zieht einen Schlussstrich, sein Vater dreht ihm den Geldhahn zu und ein Psychologe attestiert ihm "emotionale Unausgeglichenheit".

 

In eindringlicher Schwarz-Weiß-Ästhetik changiert OH BOY zwischen Melancholie und Humor und zeigt die Suche des Protagonisten nach seinem Platz in der Welt, in der eigentlich alles möglich ist.

08.02.2018


Im Kino der dffb zeigen wir, in Anwesenheit des Regisseurs, Dito Tsintsadze, SGHWARZE (Deutscher Titel: AM RANDE). Die Vorführung findet auf Georgisch mit deutschen Untertiteln statt. Mit anschließender Diskussion. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00.

 

Ein Bürgerkrieg kündigt sich an. Der bewaffnete Konflikt steht kurz vor dem Ausbruch. Ein junger Physiker (gespielt von George Nakashidze) versucht seine Unabhängigkeit zu bewahren und isoliert sich zunächst von seiner Umwelt. Mit seiner Freundin (gespielt von Lika Guntsadze) will er das Land verlassen, kann sich jedoch letztlich nicht den politischen Ereignissen entziehen.

 

Ohne direkte Bezüge auf sein eigenes Land oder regionale Konflikte Anfang der 1990er Jahre entwirft Dito Tsintsadze ein visuelles Niemandsland, das vor der Auflösung steht und erzählt lakonisch von einem Menschen, der unparteiisch sein möchte, jedoch erkennen muss, dass dies nicht möglich ist.

11.01.2018


Im Kino der dffb zeigen wir, in Anwesenheit der Regisseurin, Valeska Grisebach, MEIN STERN, ihren Abschlussfilm der Filmakademie Wien. Mit anschließender Diskussion. Auf 35 Millimeter. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00.

 

Nicole ist fünfzehn und von der Vorahnung erfüllt, daß in ihrem Leben bald etwas passieren wird. Nun lernt sie den gleichaltrigen Christopher kennen, einen der Helden vom Hinterhof. Sie werden ein Paar. Es trifft sich gut, daß Nicoles Mutter vertretungsweise Nachtschichten übernommen hat - nach dem Vorbild der Erwachsenen versuchen sie, ihre Bilder von der Liebe zu verwirklichen.

 

Der Film ist in einer Übergangszone verschiedener Naturalismuskonzepte, die die Filmemacherin neu für sich definiert, entstanden. Valeska Grisebach lässt ihre LaiendarstellerInnen auf der Basis einer Drehbuchskizze Dialoge improvisieren und folgt den Teenagern beim Herantasten an die Liebe in Berlin-Mitte . 

 

30.11.2017 


MILCHWALD (R: Christoph Hochhäusler, 87 Min, D, 2003)

Im Kino der dffb zeigen wir, in Anwesenheit des Regisseurs, Christoph Hochhäusler, MILCHWALD, sein Kinofilmdebüt und Abschlussfilm der HFF München. Mit anschließender Diskussion. Auf 35 Millimeter. Einlass 19:30, Filmbeginn 20:00.

 

Auf dem Weg zum Einkaufen ins nahe gelegene Polen setzt Sylvia ihre beiden aufsässigen Stiefkinder Lea (8) und Konstantin (7) auf einer Landstraße aus. Nach ihrer Rückkehr bringt es Sylvia nicht über sich, ihrem Mann, dem Vater der Kinder, die Wahrheit über ihr Fernbleiben zu gestehen. Die Kinder treffen auf einen Polen, der Gaststätten mit Toilettenartikeln beliefert und verspricht, sie nach Hause zu bringen. Währenddessen macht sich der ahnungslose Vater mit der Stiefmutter auf die Suche nach den vermeintlich entführten Kindern.